Zum Inhalt springen

Glossar der Kostenträger-Abstimmung

Wissen · Glossar — 21 Begriffe — Stand: August 2026

Abrechnungscode

Zweistelliger Schlüssel im §302-Datenaustausch, der die Leistungserbringergruppe kennzeichnet; für die häusliche Krankenpflege stehen die Codes 31 bis 34 (freigemeinnützige, privatgewerbliche, öffentliche und sonstige Pflegedienste). Zusammen mit dem Tarifkennzeichen steuert er, wie die Kasse eine Abrechnung verarbeitet.

Absetzung

Kürzung einer eingereichten Abrechnung durch den Kostenträger: Die Kasse zahlt weniger aus als in Rechnung gestellt, die Differenz erscheint auf dem Zahlungsavis. Jede Absetzung braucht in der Fibu einen eigenen Buchungsweg mit Ursache — viele sind nach Korrektur wiedereinreichbar.

Ausführlich: Absetzungen nach § 302 buchen →

Ausziffern

Das Zuordnen und Ausgleichen zusammengehörender Buchungen auf einem Konto (DATEV-Funktion „Buchungen ausziffern“): Ergibt der Saldo der zugeordneten Posten null, gelten sie als ausgeglichen. Ausgezifferte Konten zeigen nur noch echte offene Forderungen.

Praxis: Sammelzahlung in DATEV auflösen →

Belegfeld 1

Das Feld im DATEV-Buchungssatz, das üblicherweise die Rechnungsnummer trägt. Der automatische OP-Ausgleich setzt voraus, dass der Feldinhalt bei Rechnung und Zahlung inhaltsgleich ist — die häufigste Ursache nicht ausgeglichener Posten ist ein leeres oder abweichendes Belegfeld.

DTA (Datenträgeraustausch)

Das elektronische Abrechnungsverfahren zwischen Leistungserbringern und Kassen: Nach § 302 SGB V sind Leistungen maschinell verwertbar zu übermitteln; Form und Inhalt regeln die Richtlinien des GKV-Spitzenverbands samt Technischen Anlagen. Die Daten gehen an die Datenannahmestellen der jeweiligen Kassenart.

Debitor

Personenkonto einer einzelnen Forderungsbeziehung (in DATEV der Nummernbereich ab 10000). Nur mit Debitoren existiert eine echte OP-Liste je Bewohner bzw. Fall — Sachkonten allein können keine offenen Posten führen.

EXTF

Das DATEV-Importformat für Buchungsstapel. Ein EXTF-Stapel enthält fertige Buchungssätze samt Konten, Belegfeldern und Festschreibungs-Kennzeichen und wird ohne Nacherfassung importiert; das ältere ASCII-Format leistet dasselbe in klassischer Struktur.

Erlösschmälerung

Minderung bereits gebuchter Erlöse (im SKR45 Konto 5295). Wichtig: Eine Absetzung ist erst dann eine Erlösschmälerung oder ein Forderungsverlust, wenn sie geklärt und endgültig verloren ist — vorher gehört sie aufs Klärkonto.

Festschreibung

Die GoBD-konforme Unveränderbarmachung von Buchungen in DATEV. Festgeschriebene Stapel sind revisionssicher; Korrekturen erfolgen danach nur noch durch neue Buchungen, nie durch Ändern.

GoBD

Die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form (BMF-Schreiben vom 28.11.2019). Für die Kostenträger-Abstimmung zentral: Belegverknüpfung, Festschreibung, Aufbewahrung im Ursprungsformat und die Verfahrensdokumentation — auch für Vorsysteme.

Ausführlich: Verfahrensdokumentation für Vorsysteme →

IK (Institutionskennzeichen)

Das neunstellige Kennzeichen für den Abrechnungs- und Zahlungsverkehr mit den Sozialversicherungsträgern (§ 293 SGB V): zwei Stellen Klassifikation, zwei Stellen Region, vier Stellen Seriennummer, eine Prüfziffer. Vergeben auf Antrag; den Bestand führt die ARGE·IK bei der DGUV. Die Angabe in den Abrechnungsunterlagen ist vorgeschrieben.

Klärkonto

Ein eigenes Konto im Forderungsbereich für Posten, die eine Entscheidung brauchen: Absetzungen mit Ursachencode, unklare Zahlungen, Differenzen. Ein geführtes Klärkonto ist eine Arbeitsliste — ein anonymes Sammelkonto ist ein schwarzes Loch.

Kostenträger

Die zahlende Institution einer Gesundheitsleistung: Pflegekasse, Krankenkasse, Sozialhilfeträger, Beihilfe oder der Selbstzahler. Kostenträger zahlen gesammelt je Abrechnungslauf — der Grund, warum Zahlungszuordnung im Gesundheitswesen ein eigenes Handwerk ist.

OPOS (Offene-Posten-Buchhaltung)

Die Führung jeder einzelnen unbezahlten Forderung und Verbindlichkeit als eigener Posten. Die OPOS-Liste ist Grundlage von Mahnwesen und Liquiditätssteuerung — und nur so gut wie ihre letzte Abstimmung.

Die Monatsroutine: OPOS im Pflegedienst →

PBV (Pflege-Buchführungsverordnung)

Die Rechnungslegungsvorschrift für zugelassene Pflegeeinrichtungen: kaufmännische doppelte Buchführung und der Kontenrahmen der Anlage 4 — direkt oder über ein Überleitungsverfahren. In der DATEV-Welt wird sie über den SKR45 umgesetzt.

Ausführlich: SKR45 in der Praxis →

PEPP

Das pauschalierende Entgeltsystem für Psychiatrie und Psychosomatik: tagesbezogene Entgelte je Fall mit Zu- und Abschlägen. Für die Fibu bedeutet es viele Teilzahlungen, Kürzungen und Ausgleichstatbestände je Fall.

Klinik-Erlösabstimmung →

PIA (Psychiatrische Institutsambulanz)

Ambulanzen psychiatrischer Kliniken, die typischerweise über Quartalspauschalen abrechnen — mit Nachzügler- und Korrekturlogik, die periodengerecht gebucht werden muss, sonst stimmen weder OPOS noch Erlösausweis.

Sammelzahlung

Eine Überweisung eines Kostenträgers für viele Einzelforderungen, oft über mehrere Monate und Leistungsarten, abzüglich Absetzungen und Verrechnungen. Der Verwendungszweck nennt die Fälle nicht — die Auflösung gelingt nur über das Zahlungsavis.

Praxis: Sammelzahlungen auflösen lassen →

SKR45

Der DATEV-Kontenrahmen für soziale Einrichtungen nach der PBV: Forderungen je Kostenträgerart, Erlöskonten je Pflegegrad und Kostenträger, getrennte Bereiche für Behandlungspflege, Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten.

In der Praxis: SKR45 für Forderungen und Erlöse →

Wiedereinreichung

Die korrigierte Neueinreichung einer abgesetzten Abrechnung. Wirtschaftlich der wichtigste Grund, Absetzungen nie stillschweigend auszubuchen: Die vertraglichen Korrekturfenster sind oft kurz — wer monatlich klärt, holt Geld zurück, das sonst verfällt.

Zahlungsavis

Die Ankündigung einer Zahlung mit Aufstellung aller enthaltenen Posten, Kürzungen und Verrechnungen. Bei Kostenträgern der einzige Schlüssel, um eine Sammelzahlung den Einzelforderungen zuzuordnen — und ein aufbewahrungspflichtiger Buchungsbeleg.

Schritt für Schritt: Zahlungsavis verbuchen →
Lieber abgeben statt nachlesen?
Erstgespräch anfragen